Schlitten raus und freie Bahn!
Katastrophenalarm in Graz
Es ist Donnerstag, der 19. Februar 2026, ich befinde mich beruflich in Graz. Es ist 7 Uhr morgens. An mein Ohr dringt ein rasenmäherähnliches Geräusch. Sportlich, denke ich mir, Mitte Februar schon Rasen mähen…
Kurz darauf meldet sich mein Handy. Man könnte meinen, das Ding explodiert gleich. Ein Blick auf das rote Display zeigt eine Katastrophenwarnung – zumindest sollten diese Meldungen einer Katastrophe von nationalem Ausmaß vorbehalten sein, zumindest hieß es das meiner Erinnerung nach mal. Man solle also zu Hause bleiben, nicht Auto fahren und nicht in Wälder und Parks gehen, wegen herabfallender Äste.
Verschlafen sehe ich mir die Katastrophe durchs Fenster an. Da liegen glatt 5 cm Schnee und ein tapferer Hausmeister schiebt diesen mit einem motorunterstützten Schneeschieber mehr oder weniger planlos nach verschiedensten Seiten. Daher kommt also das Rasenmäher-Geräusch.
Später am Tag, mehrere Tassen Kaffee später, sehe ich mir das Debakel aus der Nähe an. Es war keine optische Täuschung, aber vielleicht sind es auch 6 cm Schnee und nicht nur 5. Zwar scheinen mir die Räumfahrzeuge ein wenig überfordert und manche Autofahrer nahmen es mit der Winterausrüstung nicht so ernst, aber sonst kann ich von einer Katastrophe nichts erkennen.
Was ich jedoch sehen kann, sind viele Leute mit Schlitten, ob Kinder oder Erwachsene – auch die scheinen von der Katastrophe nichts zu merken.
Noch etwas später sehe ich einen recht ausgedehnten Stau auf der Autobahn; abgesehen von ein paar Blech- bzw. Plastikschäden kann ich aber nichts Dramatisches erkennen. Ah doch, ein Feuerwehrfahrzeug mit Allrad und Schneeketten mobilisiert einige schlecht ausgerüstete, hängengebliebene LKWs.
Fazit
Ist eine Technologie erst mal eingeführt, wird sie auch schnell missbraucht.
